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Go with the Flow
Kreativität, neue Ideen, Denken abseits der vorstrukturierten Wege sind die Kernkompetenzen, die unsere Kinder in der Zukunft benötigen werden, um sich auf eine sich wandelnde Umgebung einstellen
u. entsprechend agieren zu können. Um schulisch gut mitzukommen, ist es für die Kinder u. Jugendliche wichtig, sich in den Pausen viel zu bewegen – die Schüler werden im Unterricht
konzentrierter. Das Konzept stellt ungewohnte, leicht zu bespielende u. einladende Räume her, die unsere Kinder weg von den öden, funktional angelegten ‘Pausensportanlagen’ führen u. so motivieren, sich die Flächen anzueignen.

Zonierungen
Grundgedanke bei der Konzeption der Freianlagen ist ein verträgliches Miteinander der unterschiedlichen Nutzergruppen u. der Nachbarn. In dem bisher abgehängten Bereich der Wiesenflächen ‘hinter’ der Schwimmhalle sind die Aktivitäten angeordnet, die z.B. durch Ballfangzäune hohe Lärmemissionen haben. In der Mitte sind die hochwertigen Multifunktionsflächen angeordnet, während zur Wohnbebauung ein Spielplatz u. das ruhige Fahrradparken angeordnet ist. Im weiteren Verlauf ist ein Grünpuffer der Wohnbebauung vorgelagert. In der Zonierung vom Eingang her gesehen, sind zunächst die Aktivitäten für jüngere Schüler angeordnet. Im Anschluss an die Multifunktionsfelder ist eine großzügige ‘Gymnastikwiese’ angeboten. Im Anschluss daran sind Angebote für Jugendliche (Parcours) u. Sitzgelegenheiten angeordnet.

Aufforderungscharakter
Die Schulhofgestaltung bindet den Haupteingang als prominenten Anfangs- u. Endpunkt an. Die Schüler können sich sofort verteilen u. die entsprechenden Bereiche der Anlage aufsuchen; die Kleineren orientieren sich zum Sandspielbereich auf dem Spielepfad. Im Gebäudenahen Bereich ist die Asphaltfläche sandfarben markiert, so dass genügend Abstand zwischen Sandbereich u. Gebäude besteht u. die Pflege der Böden nicht anders wird, als bisher. Das bestehende Angebot wird am Standort belassen u. ergänzt durch attraktive Spielmöglichkeiten. Der Schulgarten erhält eine erweiterte Vorzone, so dass er mehr im Fokus der Schulgemeinschaft steht. Potenziell ist bei Bedarf auch eine Erweiterung möglich.

Der Aktivitätspfad zieht die Schüler auf die 100m Laufbahn – hier können die Kinder sofort einen Wettbewerb veranstalten, wer als erstes beim Street-Soccer oder bei der Fläche für den Parcours angelangt ist. Über die Laufbahn wird auch das Beachvolleyballfeld u. die Weitsprunganlage erreicht. Läuft man den Aktionspfad in Richtung Fahrradständer, kommt man zur Multifunktionsfläche. Die Flächen sind eingefasst durch Hügel und Sitzkanten, so dass bei einem Ballverlust keine weiten Strecken zurückgelegt werden müssen, um den Ball zurückzuholen. Für andere Aktivitäten, die viel Platz benötigen, steht die ‘Gymnastikwiese’ im Zentrum der Anlage zur Verfügung. Die Fahrräder werden unter einer leichten, hellen und dauerhaften Zeltkonstruktion untergestellt.

Erschließung
Die Verkehrsführung für Fahrradfahrer wird komplett von der PKW-Zufahrt getrennt. Die Zufahrt wird jedoch nicht zu weit von der Kreuzung Ossenkampstiege / Echelmeyerstraße entfernt geschaffen, da
sonst eine lange parallele Führung mit dem Autoverkehr erfolgt. Die Fahrradfahrer werden automatisch zu den Abstellanlagen geführt – von hier aus ist die Wegeführung klar auf den Eingang bezogen.

Ökonomische und ökologische Qualität
Die große, bestehende Asphaltfläche wird weitestgehend erhalten und durch Bohrungen drainiert, so dass der Tartanbelag auf die Fläche geklebt werden kann. Die Materialien sollen insgesamt möglichst auf dem Gelände verbleiben, z.B. als Füllmaterial unter befestigten Flächen, bzw. als Unterbau für die geplanten Hügel. Alle Sportflächen sind mit Tartanbelag befestigt. Die Zuwegungen
sind aus Asphalt gefertigt, so dass wenig dauerhafter Pflegeaufwand entsteht. Die Anlage ist durch die großen, zusammenhängenden Flächen wirtschaftlich zu bauen. Durch die Abgrenzung der
Funktionsbereiche können sinnvolle Bauabschnitte gebildet werden, so dass keine Interimsmaßnahmen notwendig werden.

Aufsichtspflicht
Die Pausenaufsicht kann das gesamte Freigelände überblicken. Günstige Standorte sind z.B. im Bereich der Überdachung der Fahrradstellplätze gegeben.

Landschaftsarchitekt: brandenfels landscape + environment, Münster
Auslober: Stadt Münster
Wettbewerb: 2015